Was schreibe ich bloß in meinen Blogartikel? Welches Thema interessiert die Leser? Diese Fragen stellen sich mir jedes Mal aufs Neue. Ich sitze nun am Schreibtisch in meinem heimischen Büro, ein Glas des besten Weines steht neben mir, und jetzt muss ich IHN schreiben. DEN Blogartikel meines Lebens. DEN Blogartikel, der für mehr Traffic sorgen soll, als alle anderen jemals zuvor. Dafür nehme ich mir genau 3600 Sekunden Zeit. Mehr wird mir nicht gewährt. Hört sich so gar nicht mehr viel an. Und nun? Mir fällt nichts ein. Partout! Nichts. Nada. Warum jetzt? Ich habe Zeit, ich habe Lust. Aber es passiert nichts. Mein Kopf ist plötzlich leer und die Kreativität hängt irgendwo über mir in einem Luftschloss. Geht es euch auch manchmal so? Nicht nur speziell beim Bloggen, sondern bei jeglicher Arbeit, die ihr in genau einer Stunde abzugeben habt?

Sollte ich mich bislang nicht eindeutig ausgedrückt haben, mir geht es augenblicklich genau so. Aber nichtsdestotrotz muss ich etwas abliefern, etwas Gehaltvolles. Das bin ich meinen Kollegen, meinem Chef und am aller wichtigsten, mir selbst schuldig. Auch ich habe einen Anspruch. Und wenn ihr wie ich oft in dieser Situation steckt, nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern die „6 goldenen Regeln“ befolgen. Ihr werdet über euer Ergebnis erstaunt sein:

1. Content is King
Ein zeitloser Spruch, der nie an Gültigkeit verlieren wird. Arbeitet das aus, was ihr selbst, aber auch der Gegenüber unbedingt hören will. Eure Idee muss in die Story.

2. Einfach und kurz
Philosophen, Journalisten, Politiker, sie dürfen lange Texte schreiben, sich unverständlich ausdrücken und erzählen was sie wollen (ich möchten niemandem zu nahe treten, ich übertreibe der Geschichte halber). Aber wenn ihr keiner dieser Berufsgruppen zugehört, haltet euch kurz und bringt das Thema auf den Punkt. Der Gegenüber wird es euch danken.

3. Nicht überlegen, schreiben
Diese Regel klingt zwar unpassend, ist sie aber gar nicht. Wenn ihr Regel 1 und 2 befolgt, müsst ihr gar nicht mehr überlegen, denn ihr wisst was ihr vermitteln wollt. So tue ich es gerade. Einfach Tinte auf Papier (Habe ich von Doris Dörrie gelernt)

4. Zeitlimit
Setzt euch ein Limit, so habt ihr ein Ziel. Ich habe bekanntlich eine Stunde für diesen Artikel Zeit. Mehr nicht. Und ihr werdet sehen, in Verbindung mit Regel 5 geht es wie von selbst.

5. Ablenkung
Einfach alle störenden Einflüsse ausblenden. Facebook, Twitter, Telefon, TV – weg damit. Nur das nutzen, was euch wirklich bei der Arbeit hilft. Manchmal geht es mit Musik. Bei mir ist es aber gerade still.

6. Tue das, was du kannst
Etwas kannst du ganz besonders gut, und NUR du. Erkenne es und nutze deine Stärke. Die anderen machen eben das, was sie am besten können. Gut so.

Ihr seht, wir sind zwar etwas vom Titelthema abgekommen, aber das macht nichts, denn die Regeln sind auf alles anwendbar. Auch auf das Schreiben des perfekten Blogartikels. Ob es dieser wird? Es liegt in euren Händen. Nehmt ihn euch zu Herzen und versucht die Regeln beim nächstem Mal zu befolgen. Übrigens, jetzt sind 58 Minuten verstrichen…

//Dieser Artikel ist Teil unseres “BlogCountdown Experiments”

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  1. Iwo Randoja sagt:

    Nur Mal kurz zu 1.: Wenn ich genau das schreibe, was der Leser hören will, provoziere ich oft (nicht immer) auch die Kommentarlosigkeit. Denn ohne abweichende Meinungen gibt es auch keine Diskussion. Was für mich Sinn und Zweck eines Blogs ist. Aber natürlich bringt es auch nichts, nur zu provozieren. Ein bisschen Substanz sollte der Beitrag schon haben.

    Leider ist das Nicht-Kommentieren eine der wesentlichen Nebenwirkungen der grandiosen “Echtzeit-Kommunikation”. Die wenigsten nehmen sich Zeit dafür, wenn sie sich pro Minute durch gefühlt 100 Tweets ackern müssen.

    Das ist schade. Denn der Überfluss an Information erzeugt auch eine Beliebigkeit der Kommunikation. Was man bei Twitter jede Sekunde erleben kann (Stichwort “Linkgeschubse statt Meinungen”).

  2. Hallo Iwo,

    vielleicht habe ich mich bei Punkt 1 nicht ganz deutlich ausgedrückt. Mit “schreibe das, was der Leser hören will” meinte ich, dass Themen angesprochen werden sollen, die den Leser interessieren. Nicht, dass man meinungslos bleiben und Kommentarlosigkeit provozieren soll. Dieser Beitrag hat natürlich auch seine kleinen Schwächen, liegt in diesem Fall in der Natur des Experiments. Das aber nur am Rande.

    Du hast Recht, wenn du sagst, es wird generell zu wenig kommentiert, finde ich auch schade. Ein Phänomen erlebe ich häufig: Kommetare und Anregungen aus dem Bekanntenkreis, die mich persönlich erreichen. Also im persönlichen Gespräch, worüber ich mich immer sehr freue. Mein folgender Gedanke ist dann aber der: “Danke, dass du mir das sagst, aber das nächste Mal darfst du zusätzlich gerne die Kommentarfunktion im Blog nutzen.”
    Ich denke, beim Großteil wird sich daran auch nichts ändern. So lange mich die Kommentare aber wenigstens auf diesem Weg erreichen, kann ich gut damit leben.

* = muss sein